Pneumologie, allgemein

Allgemeine Einführung

Die Pneumologie, also die Lungenheilkunde, ist bereits ein sehr großes Gebiet innerhalb der Medizin, hinzu kommt, dass Lungenerkrankungen weiter zunehmen.

Unter den 5 häufigsten zum Tode führenden Krankheiten finden sich mittlerweile allein 3 Lungenerkrankungen: die COPD, die Lungenentzündung und der Lungenkrebs.

Die häufigste Infektionserkrankung der Welt ist weiterhin die Tuberkulose, die durch den Zustrom von Flüchtlingen nun auch in Deutschland wieder mehr Bedeutung bekommt.
Asthma hat in den letzten 10 Jahren bei Kindern wie Erwachsenen ebenfalls zugenommen, in Deutschland von 6 % auf ca. 10 % auch wegen der Zunahme von Allergien.

Trotz zunehmender Häufigkeit von Lungenerkrankungen, gibt es aber keinesfalls mehr Lungenärzte, sodass viele Patienten keinen Zugang zu fachärztlicher Betreuung erhalten.

Pneumologen sind auch Ansprechpartner, wenn es um Abklärung von Luftnot im Allgemeinen geht. Luftnot ist ein Symptom, dass aber viele Ursachen haben kann, die sehr häufig mit den Lungen gar nichts zu tun haben.

Typische Beispiele hierfür wären Herzerkrankungen, Blutarmut, Übergewicht, Muskelschwäche und Trainingsmangel und degenerative Wirbelsäulenveränderungen, aber auch seltene neurologische Erkrankungen und Lebererkrankungen.

Natürlich liegt auch häufig die Ursache von Luftnot in der Lunge selbst, was sich dann durch Lungenfunktionsuntersuchungen und bildgebende Verfahren klären lässt, aber grundlegend verschiedene Therapien erfordert.

Über die Atmung besteht viel Austausch mit der Umgebung, so dass die Lunge evtl. auch mit vielen Schadstoffen in Berührung kommt.

Unter den anerkannten Berufserkrankungen, stehen Lungenerkrankungen nach Lärmschwerhörigkeit an 2. Stelle. Dabei kann es durch Schadstoffe nicht nur zu Schäden an den Atemwegen und den Lungenbläschen kommen, sondern auch zu bösartigen Erkrankungen wie Bronchialkarzinom oder Pleuramesotheliom.

Klassische Zeichen für das Vorliegen einer Lungenerkrankung sind meistens: Luftnot in Ruhe oder bei Belastung, Husten mit oder ohne Auswurf, atemabhängige Schmerzen und Verschleimung.

Insbesondere übergewichtige Menschen bekommen auch schlafbezogene Atemstörungen, die sich häufig durch Müdigkeit und hohen Blutdruck bemerkbar machen, das sogenannte Schlafapnoesyndrom ist häufiger als Zuckerkrankheit und wird in erster Linie auch von Pneumologen diagnostiziert und therapiert.

COPD

Die COPD ist eine häufige Erkrankung.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass COPD im Jahre 2020 weltweit die dritthäufigste Todesursache sein wird. Der gesamtwirtschaftliche Schaden durch COPD in Deutschland beträgt etwa 17 Milliarden Euro pro Jahr.

Die COPD ist eine Erkrankung, die durch jahrzehntelange Exposition zu Schadstoffen hervorgerufen wird. In den Industrienationen ist dies meist Zigarettenrauch, in den Entwicklungsländern sind offene Feuerstellen, an denen sich die Menschen wärmen und ihre Nahrung zubereiten, die häufigste Ursache. Die Schadstoffe führen zu Umbauprozessen an den Atemwegen und den Lungenbläschen. Die Atemwege werden dadurch langsam, aber sicher immer enger, die Lungenbläschen werden parallel hierzu zerstört und sind dann nicht mehr in der Lage Sauerstoff ins Blut zu bringen. Dies führt zu Husten und Luftnot.

Die entstandenen Schädigungen an den Lungen lassen sich leider nicht rückgängig machen.
Die Krankheit hört erst dann auf voranzuschreiten, wenn man keinen Schadstoffen mehr ausgesetzt ist. Es ist somit das Wichtigste, möglichst sofort nach der Diagnose das Rauchen einzustellen.
Dazu erhalten Sie von uns Hilfestellung, z. B. die Vermittlung eines zertifizierten Raucher-Entwöhnungs-Kurses.

Die Medikamente, die zur Verfügung stehen, können das Voranschreiten der COPD abbremsen und Luftnot sowie den Husten lindern, aber die Lunge nicht wieder komplett regenerieren.
Außerhalb der Medikation gibt es viele nicht medikamentöse Behandlungsformen der COPD, über die wir Sie in unseren Schulungen aufklären werden, z. B. ein gezieltes körperliches Training und Atemphysiotherapie. Sehr hilfreich ist auch eine stationäre Rehabilitationsmassnahme.
Sehr wichtig ist auch Infekte zu vermeiden, da diese die COPD dramatisch verschlimmern können, Maßnahmen zur Infektvorbeugung und zur Verbesserung des Immunsystems stellen wir Ihnen in unseren Schulungen ebenfalls vor.

Menschen mit COPD haben im Durchschnitt vier bedeutende Begleiterkrankungen, die die Lebensqualität ebenfalls erheblich einschränken, z. B. Osteoporose, Gefäßverkalkungen oder Depressionen. Diese müssen rechtzeitig erkannt und konsequent mit behandelt werden, nur dann lässt sich wieder ein gute Lebensqualität erreichen.

Eine gute Behandlung der COPD bedeutet, viel Engagement und Kompetenz des Arztes aber auch Mitarbeit und Motivation durch den Patient selbst.

Dann sind auch bei sehr fortgeschrittenen Fällen erhebliche Verbesserungen von Luftnot und Lebensqualität möglich.

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